Kati hier, Kati da, Kati ist in Kanada

Am seidenen Faden

 

Ein bisschen größer wie daheim unser Badezimmer, ist das neue Zimmer in dem ich einziehe. Die Möbelierung ist spärlich, der Preis sehr niedrig. Mit ein wenig Überredungskunst und vielen Apellen ans Mitgefühl, wird mir das Zimmer nämlich für einen Spottpreis vermietet und ich klopf mir gedanklich selbst auf die Schulter. Die Freude währt allerdings nur kurz, muss ich in den nächsten zwei Nächten leider feststellen, dass ich dieses Zimmer nicht alleine beherberge   5 pyramidisch angeordnete Bisse zieren meinen rechten Handrücken, 8 hab ich am Oberkörper, 3  am Bauch, 4 am Rücken und 7 an den Füßen! Mich ungeduldig kratzend steh ich am Morgen ziemlich schlecht gelaunt vor der Tür meiner Vermieterin, die natürlich zuerst versucht mir und meinem vorherigen Hostelbesuch die Schuld in die Schuhe zu schieben. Nicht mit mir. Nach einer weiteren Diskussion ziehe ich schließlich um: in eine 1 A Bachelorsuite, die ich für genau denselben Preis bekomme. Ungefähr 12 Mal größer als mein vorheriges Zimmer, hab ich nun insgesamt 2 Betten, 3 Schränke, 2 Tische, ein zusätzliches eigenes Badezimmer und eine gut eingerichtete Küche. Na da erscheint einem das Jucken ja gleich mal ein bisschen erträglicher

Auf der Arbeit wird’s mittlerweile dagegen ernst. 2 Wochen Schonfrist (=Trainingszeit) sind nun um und ich muss pro Woche mindestens 5 Kinder verscherbeln, wenn ich diesen Job behalten und die damit verbundenen Möglichkeiten für Roadtrips nutzen möchte. Der nächste geht ausgerechnet nächste Woche nach Halifax, eine Stadt, die ich sowieso noch gerne besuchen würde!! Von Mietauto bis Hotelzimmer wäre alles bereits bezahlt – eine Gelegenheit die ich echt unbedingt am Schopfe packen möchte. Schade also dass ich zur Zeit wieder ein bisschen abkacke und noch nicht ein einziges Kind an den erfreuten Sponsor gebracht habe  Dafür hatte ich aber viele amüsant-verspulte Erlebnisse der etwas anderen Art: Mit religiösen Fragen bombardiert sehe ich mich einem anderen jungen Erwachsenen gegenüber und zu spät bemerke ich in welche konvertierende Richtung das Gespräch geschickt gelenkt wurde. Nach 2 Minuten dämmert mir dann schließlich, dass ICH ja diejenige war die an die Türe des Zeugen Jehovas geklopft hat und so mach ich mich so schnell wie möglich wieder aus dem Staub, um mir von hochnäsigen Bonzen weiterhin die Tür vor der Nase zuschlagen zu lassen.

29.4.09 07:01

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